Gemessen statt gerechnet
Der klassische Inzuchtkoeffizient stammt aus der Ahnentafel: Man zählt gemeinsame Vorfahren und leitet daraus eine Wahrscheinlichkeit ab. Zwei Dinge kann diese Rechnung nicht leisten.
Sie kennt nur, was eingetragen ist. Die Ahnentafel unterstellt, dass die Tiere am Anfang der Ahnenreihe untereinander nicht verwandt waren. Tatsächlich stammen viele Rassen von wenigen Gründertieren ab. Diese Verwandtschaft steht in keinem Papier.
Und sie rechnet mit der sauberen Hälfte. In Wirklichkeit wird das Erbgut bei jeder Paarung neu gemischt, und die Weitergabe streut.
Der genomische Inzuchtkoeffizient umgeht beides. Er beruht ausschließlich auf den genomischen Daten und benötigt keine Ahnentafel – er zeigt die tatsächliche genetische Situation Ihres Hundes. Berechnet wird er unter Berücksichtigung von sechs Generationen.
Über 60.000 SNP-Marker, Einordnung in die Rasse, ISAG-2020-DNA-Profil ohne Aufpreis.
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Zwei Werte, die zusammengehören
Der Inzuchtkoeffizient – je niedriger, desto besser. Er beschreibt den Anteil des Genoms, der von gemeinsamen Vorfahren in der Ahnenreihe von Mutter und Vater stammt.
Die Heterozygotie – je höher, desto besser. Sie gibt an, wie viel Prozent der untersuchten Marker von Mutter und Vater unterschiedlich vererbt wurden. Das ist das direkte Maß der genetischen Vielfalt.
Beide Werte stehen in Ihrem Befund neben dem Durchschnitt der Rasse. Erst dieser Vergleich macht eine Zahl zu einer Aussage.
Ein Vater, seine Tochter – eine Generation Unterschied
Drei Analysen aus unserem Labor, alle aus derselben Rasse. Zwei davon sind Vater und Tochter.
| Hund | Inzuchtkoeffizient | Heterozygotie |
|---|---|---|
| Vater (Rüde) | 13,0 % | 40,0 % |
| Tochter | 19,0 % | 36,0 % |
| weitere Hündin | 17,0 % | 30,0 % |
| Rassedurchschnitt | 18,18 % | 31,03 % |
Der Rüde steht bei beiden Werten gut da. Sein Inzuchtkoeffizient liegt mit 13,0 % klar unter dem Rassedurchschnitt von 18,18 %, seine genetische Vielfalt mit 40,0 % deutlich darüber. Ein Deckrüde, den man guten Gewissens einsetzt.
Bei seiner Tochter kippt einer der beiden Werte. Ihre Vielfalt liegt mit 36,0 % immer noch über dem Rassedurchschnitt – der Inzuchtkoeffizient hat mit 19,0 % den Durchschnitt aber bereits überschritten.
Eine einzige Generation genügt, damit sich die beiden Werte auseinanderentwickeln. Und ein Nachkomme hängt immer von beiden Elterntieren ab: Die Mutter dieser Hündin wurde nicht getestet, deshalb lässt sich nicht sagen, welcher Elternteil wie viel beigetragen hat.
Die dritte Hündin zeigt die Gegenprobe: Ihre Vielfalt liegt mit 30,0 % unter dem Rassedurchschnitt, ihr Inzuchtkoeffizient mit 17,0 % aber ebenfalls darunter. Ein guter Wert allein sagt noch nichts – man muss beide sehen.
Warum ein Rassedurchschnitt allein nicht reicht
Zur Einordnung: So hoch fällt der Inzuchtkoeffizient aus, den man bei diesen Verbindungen erwartet.
| Verwandtschaft der Elterntiere | Erwarteter Inzuchtkoeffizient |
|---|---|
| Eltern × Nachkomme | 25,00 % |
| Vollgeschwister | 25,00 % |
| Cousin × Cousine | 6,25 % |
Erwartungswerte unter der Annahme einer nicht ingezüchteten Ausgangspopulation.
In einer Rasse mit einem Durchschnitt von 18,18 % liegt das rechnerische Inzuchtniveau also bereits über dem, was eine Cousin-Cousine-Verpaarung erzeugt. Genau deshalb reicht es nicht, nur auf nahe Verwandtschaft zu achten.
Wichtig zur Einordnung: Dieser Test bewertet die genetische Vielfalt und die Abstammung Ihres Hundes. Er ist kein Gesundheitstest und untersucht keine einzelnen Erbkrankheiten. Dafür bieten wir gesonderte Analysen an.
Für die Zuchtplanung heißt das: Es genügt nicht, den Deckrüden nach der Ahnentafel auszuwählen. Erst wenn beide Elterntiere gemessen sind, lässt sich abschätzen, was ein Wurf genetisch mitbringt. Genau dafür ist das DogMatching-Tool auf Ihrer myFERAGEN-Plattform gedacht – es ist im Test enthalten.
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Das ISAG-2020-Profil ist der internationale Standard zur Identitäts- und Abstammungssicherung. FERAGEN ist Mitglied der International Society for Animal Genetics und erstellt die Profile nach diesem Standard. ÖKV und VDH erkennen sie an.
Im Diversitätstest ist das Profil ohne Aufpreis enthalten – Abstammungssicherung und Diversitätsanalyse aus einer einzigen Probe.
Welche Nachweise Ihr Zuchtverband im Einzelfall verlangt, entnehmen Sie bitte dessen Zuchtordnung.
Im Test enthalten
- Genomischer Inzuchtkoeffizient, berechnet über sechs Generationen
- Heterozygotiewert als Maß der genetischen Vielfalt
- Rassedurchschnitt für beide Werte zur Einordnung
- Der bei dieser Vielfalt in der Rasse zu erwartende Inzuchtkoeffizient
- ISAG-2020-DNA-Profil zur Abstammungssicherung – ohne Aufpreis
- Analyse von über 60.000 SNP-Markern
- Zugang zur myFERAGEN-Plattform inklusive DogMatching-Tool für die Anpaarungsplanung
- Dauerhafte digitale Archivierung, Befund als PDF
- Optional erweiterbar um die DLA-Haplotypenbestimmung
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Jetzt bestellenPreis inkl. USt. Versand des Probensets nach Österreich und Deutschland kostenfrei, übrige Länder laut Versandinformationen. Es gelten unsere AGB.
So läuft es ab
- Testkit bestellen. Der Versand erfolgt als Standardbrief, in der Regel innerhalb von 2–5 Werktagen.
- Probe selbst entnehmen. Ein Mundschleimhautabstrich genügt – kein Tierarzttermin nötig. Alternativ 1–2 ml EDTA-Blut, abgenommen von Ihrem Tierarzt.
- Ergebnis online abrufen. 3–4 Wochen nach Probeneingang auf Ihrer myFERAGEN-Plattform, jederzeit als PDF.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Ahnentafel für den Test?
Nein. Der genomische Inzuchtkoeffizient wird ausschließlich aus der DNA berechnet und benötigt keine Ahnentafel. Der Test funktioniert auch bei Hunden ohne Papiere.
Funktioniert der Test bei jeder Rasse?
Die Analyse der über 60.000 Marker ist rasseunabhängig. Ein Rassedurchschnitt zum Vergleich kann nur ausgewiesen werden, wenn für die Rasse genügend Daten vorliegen.
Ist das ein Gesundheitstest?
Nein. Der Test bewertet die genetische Vielfalt und die Abstammung. Einzelne Erbkrankheiten untersuchen wir in gesonderten Analysen.
Muss ich zum Tierarzt?
Für den Mundschleimhautabstrich nicht – den nehmen Sie selbst vor. Nur wenn Sie Blut einsenden möchten, ist die Abnahme durch den Tierarzt erforderlich.
Wird das ISAG-Profil von meinem Zuchtverband anerkannt?
Wir sind Mitglied der International Society for Animal Genetics und erstellen die Profile nach dem ISAG-2020-Standard. ÖKV und VDH erkennen diesen Standard an. Welche Nachweise Ihr Verband im Einzelfall verlangt, regelt dessen Zuchtordnung – bei Fragen helfen wir gern weiter.
Über wie viele Generationen wird gerechnet?
Der genomische Inzuchtkoeffizient wird unter Berücksichtigung von sechs Generationen berechnet.
Wie lange dauert es?
3–4 Wochen ab Eingang Ihrer Probe im Labor.
Erfahren Sie, wie es um die Gene Ihres Hundes wirklich steht
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